Modul

Vision und Strategie
Vorgehen & Tools

1Strategieprozess starten

Rahmenbedingungen klären

Wichtig ist, dass die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für den Strategieprozess zur Integration von Nachhaltigkeit frühzeitig geklärt und verbindlich festgelegt werden. Dazu gehört die Klärung, wer das erforderliche Nachhaltigkeits-Know-How einbringt, wer die Leitung des Strategieprozesses übernimmt, welche Stakeholder beteiligt sind und wie Entscheidungswege ausgestaltet sind. Dies schafft Planungssicherheit, ermöglicht eine realistische Umsetzung und signalisiert, dass Nachhaltigkeit nicht nur strategisch gewollt, sondern auch organisatorisch und finanziell getragen wird.

Ausserdem ist es essenziell die neue oder zu überarbeitende Strategie systematisch mit übergeordneten Strategien, Rahmenbedingungen und rechtlichen Vorgaben abzustimmen. Dabei sind sowohl nationale, kantonale und gegebenenfalls regionale Leitlinien zu beachten. Orientierung bieten dabei unter anderem die Tourismusstrategie des Bundes sowie weitere gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen, wie sie auf der Website des Schweizer Tourismus-Verbandes im Bereich Nachhaltigkeit zusammengefasst werden.

Finanzierung sichern

Die konkrete Ausgestaltung der Finanzierung hängt vom jeweiligen Finanzierungsmodell und der Organisationsstruktur der Destination ab.

Je nach Ausrichtung und inhaltlichen Schwerpunkten kann geprüft werden, ob externe Fördermittel zur Ausrichtung der Strategie auf eine nachhaltige Destinationsentwicklung zur Verfügung stehen. Orientierung in Bezug auf Förderinstrumente bieten die Übersichten Förderinstrumente Nachhaltigkeit beim Schweizer Tourismus-Verband und Finanzhilfen für die Regionalentwicklung von regiosiusse.

Arbeitsgruppe bilden

Für die Erarbeitung einer neuen Strategie oder die Integration der Nachhaltigkeit in die bestehende Vision und Strategie wird eine breit abgestützte und interdisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet. Da Nachhaltigkeit ein Querschnittsthema ist, sind in der Arbeitsgruppe verschiedenste relevante Stakeholder und Interessensgruppen vertreten. Darunter Bergbahnen, Hotels, Gastronomie, Eventbranche, Kulturschaffende, Landwirtschaft, regionale Umweltorganisationen sowie Vertreter:innen der lokalen Bevölkerung. Auch die DMO selbst sollte durch Vertreter:innen aus Geschäftsleitung oder Verwaltungsrat eingebunden sein.

Die Destination hat in vielen Bereichen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten, weshalb auch wichtige Stakeholder ausserhalb der Destination bzw. der Tourismusbranche (z.B. kantonale Behörden, Politik) einbezogen werden. Durch diesen partizipativen Ansatz (Modul Partizipation) werden alle nachhaltigkeitsrelevanten Interessen berücksichtigt sowie Akzeptanz und Identifikation mit der Entwicklung der Strategie geschaffen. Für die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe empfiehlt es sich, vorgängig eine Stakeholderanalyse durchzuführen.

Achte darauf, dass die Arbeitsgruppe von einer Person mit fundiertem Nachhaltigkeits-Know-How geleitet wird, damit der Strategieprozess nicht zur Alibiübung wird. Beachte auch, dass die Perspektiven Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft in der Arbeitsgruppe etwa gleichmässig vertreten sind.