Modul

Vision und Strategie
Vorgehen & Tools

4Möglicher Entwicklungspfad: Labels und Zertifizierungen

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung kann geprüft werden, ob eine Zertifizierung oder ein anerkannter Nachhaltigkeitsnachweis angestrebt werden soll. Solche Programme bieten einen klaren Orientierungsrahmen mit definierten Anforderungen und Meilensteinen und werden häufig durch ein begleitendes Coaching unterstützt. Dies erleichtert die Umsetzung, stärkt die interne und externe Kommunikation und erhöht die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsbemühungen. Zugleich unterstützen Zertifizierungen und Nachhaltigkeitsnachweise die systematische Verankerung von Nachhaltigkeit, denn sie geben eine Struktur und den Rhythmus vor, mit dem Nachhaltigkeitsmassnahmen überprüft und erneuert werden und sind ein Quell von Massnahmen-Ideen. Damit wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Destination Richtung Nachhaltigkeit vereinfacht.

Dabei ist zu beachten, dass Zertifizierungen personelle und finanzielle Ressourcen erfordern, was insbesondere für kleinere DMOs herausfordernd sein kann. Ein pragmatischer Einstieg ausserhalb eines Zertifizierungsprozesses kann daher über die Umsetzung kleinerer, konkrete Massnahmen wie interne Schulungen oder Pilotprojekte erfolgen. So entsteht ein realistischer Entwicklungspfad, der später bei Bedarf in eine formelle Zertifizierung überführt werden kann.

Das Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable des Schweizer Tourismus-Verbandes (STV) bietet Destinationen die Möglichkeit, je nach Ausgangslage und Ambitionen, auf drei unterschiedliche Levels hin zu arbeiten. Die Webseite bietet viele wertvolle Informationen und Unterstützung zur Erreichung der Levels I – committed und Level II – engaged. Level III – leading. Die höchste Stufe erhalten Destinationen, welche eine anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung für die gesamte Destination vorweisen können.

Für Destinationen, die eine eigenständige Zertifizierung anstreben, stehen verschiedene national oder international anerkannte Programme zur Verfügung, zum Beispiel:

Auch für Betriebe gibt es eine breite Auswahl an Zertifizierungen und Nachhaltigkeitsnachweisen. Sie helfen dabei, Destinationen gemeinsam mit ihren Betrieben im Bereich Nachhaltigkeit voranzubringen. Je nach Ausrichtung wird entweder ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt oder der Fokus gezielt auf wirtschaftliche, ökologische oder soziale Aspekte gelegt. Beispiele von Zertifizierungen für einzelne Nachhaltigkeitsaspekte sind die Minergie-Standards im Gebäudebereich, die  Gastronomie-Zertifikate Food Save Management oder Culinarium (spezifisch für die Ostschweiz) oder die Initiative OK:GO, welche die Kommunikation über die Zugänglichkeit von touristischer Infrastruktur und Angeboten verbessert. Umfassende Nachhaltigkeitslabels sind zum Beispiel ibex fairstay, Green Key, Green Globe oder Earth Check.

Einen guten Überblick bietet die Website Nachhaltigkeitsnachweise des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit (KONA). Es enthält eine umfassende Zusammenstellung von Nachweisen und Zertifizierungen, die zudem im Rahmen von Swisstainable anerkannt sind.

Die Entscheidung für oder gegen ein Label sollte stets im Kontext der strategischen Zielsetzung, der verfügbaren Ressourcen und der gewünschten Innen- und Aussenwirkung getroffen werden.