Modul

Partizipation
Vorgehen & Tools

5Beispiel Nachhaltigkeitsrat

Wer gehört dazu?

Der Nachhaltigkeitsrat kann klein sein und nur die Key-Stakeholder der Destination beinhalten (DMO, Gemeinden, Regionalentwicklung, wichtigste Leistungsträger) oder umfassend aufgebaut werden mit zusätzlichen Leistungsträgern (Hotellerie, Gastronomie, Thermalbad etc.), Standortförderung, Landwirtschaft, Kultur/Bevölkerung, Naturschutz, Naturpark etc. Wichtig ist eine möglichst ausgeglichene Vertretung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen.

«Im Zusammenhang mit der TourCert-Zertifizierung haben wir einen Nachhaltigkeitsrat mit allen relevanten regionalen Stakeholdern ins Leben gerufen. Dieser hat sich als sehr wertvoll erwiesen, um regionale Aktivitäten zu koordinieren und mittels Arbeitsgruppen gezielte Projekte umzusetzen. Es hat sich bewährt, mit der Methode World Café zu arbeiten. Dank der hohen Partizipation und des starken Engagements konnten verschiedene Projekte erfolgreich umgesetzt werden.»

Claudio Daguati, Leiter Nachhaltigkeit bei Graubünden Ferien

Eine weitere Möglichkeit ist ein rotierender Nachhaltigkeitsrat. Statt einer festen Zusammensetzung über Jahre hinweg, werden regelmässig neue Akteur:innen aus verschiedenen Bereichen eingeladen: Tourismusbetriebe, Umweltorganisationen, Kultur, Landwirtschaft oder engagierte Einwohner:innen. Ein kleines Kernteam bleibt fix, die restliche Besetzung wechselt je nach Thema. Rotierende Mitglieder bringen frische Impulse und Perspektiven, durch die fixen Mitglieder wird die Kontinuität sichergestellt. So bleibt der Nachhaltigkeitsrat dynamisch, offen und breit abgestützt.

Was sind die Aufgaben des Nachhaltigkeitsrats?

  • Strategische Entwicklung der Destination Richtung Nachhaltigkeit gemeinsam vorantreiben
  • Informationen austauschen, Doppelspurigkeiten verhindern, Synergien nutzen
  • Nachhaltigkeitsrat ist ein Sounding Board zu Nachhaltigkeit für die DMO
  • Kooperationsmassnahmen / sektorübergreifende Projekte aufbauen und umsetzen (zum Beispiel Nutzung regionaler Produkte in Gastronomie und Hotellerie, Mobilitätslösungen, Kommunikationsthemen wie Destinations-App)
  • Projekte priorisieren (auf Quick Wins achten)
  • Raum für anstehende Themen und neue Ideen schaffen
  • Zu verschiedenen Themen Partizipation ermöglichen und fördern
  • Schulungen anstossen
  • Kommunikation sicherstellen

Was ist der Mehrwert eines Nachhaltigkeitsrats?

  • Gemeinsames Verständnis der nachhaltigen Destinationsentwicklung
  • Abgestimmte Entwicklung des Lebensraums in der Destination
  • Stärkung der Identität und des Zusammenhalts innerhalb der Destination
  • Glaubwürdige Positionierung der Destination durch einheitliches Auftreten aller Stakeholder
  • Sektorübergreifende Zusammenarbeit
  • Vorbildfunktion
  • Effiziente Nutzung der Ressourcen Zeit, Geld und Wissen durch abgestimmte Massnahmen und das Nutzen von Synergien

Was ist zu beachten?

  • Erwartungen und Entscheidungskompetenzen des Nachhaltigkeitsrates zu Beginn klären
  • Rollen und Aufgaben innerhalb des Rates definieren
  • Ressourcen vorab realistisch planen